Der französische Regisseur Zinédine Zidane spricht von einem »crampe au mollet«. Der englische Flankengott David Beckham von einem »cramp in the calf«. Schmerzen verspüren sie vermutlich ähnliche, ein »schmerzhaftes, krampfartiges Zusammenziehen des Wadenmuskels« – schlicht ein »Wadenkrampf«, wie ihn der deutsche Mittelfeldspieler Michael Ballack gerne nannte. »Wadenkrampf« ist einer jener rund 5.200 Fachbegriffe, die der Langenscheidt Verlag in Kooperation mit der UEFA im »Praxiswörterbuch Fußball« versammelt – dreisprachig, in den drei offiziellen Sprachen der UEFA (Deutsch, Englisch und Französisch), unterteilt in sechs Fachgebiete auf 524 Seiten.
Keine spezielleren Vorkentnisse erforderlich, sogar das unter den internationalen Balltretern recht populäre Vokabel »Salaire de base brut«, das »Brutto-Grundgehalt«, wird angeführt.

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Praxiswörterbuch Fußball – Deutsch-Englisch-Französisch
Langenscheidt in Kooperation mit der UEFA
Verlag: Langenscheidt; 2008, 524 Seiten

Skispringen und Langlaufen? Langweilig. Schach und Boxen? Öde. Der »Cup Bellevue« vereint erstmals die zwei elegantesten Sportarten an der oberösterreichischen Donaumetropole: Fußball und Minigolf! http://www.bellevue-linz.at
Pelé! Als Spieler war er natürlich einer der Größten, eine Ikone seiner Zeit. Dreimal Weltmeister, einmal davon verletzungsbedingt von der Ersatzbank aus. Seine Biografie versucht eine zutiefst religiöse, ehrgeizige und geschäftstüchtige Person zu zeichnen: von seinen Anfängen als Schuhputzer, seiner ersten Mannschaft, den »Schuhlosen«, seiner Zeit beim FC Santos, dem lukrativen Karriereende bei Cosmos New York bis hin zu seinen unzählbaren Engagements zwischen Selbstvermarktung, globaler Werbefigur, Gutmensch und Gott. Aufgrund des oft zu nahen und unkritischen Verhältnisses zwischen dem äußerst umstrittenen Verbandspräsidenten Ricardo Teixeira und »Atleta Completa« lehnte der renommierteste brasilianische Sportjournalist Juca Kfouri es ab, diese Biografie zu schreiben.
Das Ergebnis ist wie ein schlechter Kick: wenig facettenreich. Etwas feige. Super öde.

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Pelé – Mein Leben
Pelé (mit Orlando Duarte und Alex Bellos)
Verlag: Scherz; 2006, 288 Seiten
Der 17. Juli 1994 in einem tschechischen Dominikanerkloster, einem Gefängnis in Minsk, am Fischmarkt von Seoul und an 37 weiteren Orten weltweit – versammelt im 1995 erschienen Dokumentarfilm »The Final Kick« des deutschen Regisseurs Andreas Rogenhagen: das Endspiel der Weltmeisterschaft in den USA, Brasilien gegen Italien.
56 (etwas zu) dicht gepackte Minuten erwarten den geneigten Seher. Die letzten zwölf Minuten des preisgekrönten Films werden dem Elfmeterschießen gewidmet, dem emotionalsten Part des finalen Dramas. Ein den Anlauf locker-lässig verzögender Romário setzt den Ball an die linke Innenstange. Der elegante Kapitän der »Squadra Azzurra« Franco Baresi und der stets großartige Roberto Baggio schossen in den strahlenden Mittagshimmel von Los Angeles. Endstand: 3:2.
Gott war – einmal mehr – Brasilianer. Tetra!

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The Final Kick
Regie: Andreas Rogenhagen
Lichtblick Film; 1995, 56 Minuten
Die »Tagcloud« wäre folgende: 50+1, Alois Gstöttner, Brasilien, Doping, Interview, Magazin für Rasenpflege, Null Acht, Sócrates, 11 Freunde, Rapid, Sturm Graz und Red Bull Salzburg: http://catenaccio.de/?p=3610
Die »Seleção der brasilianischen Gegenwartsliteratur« wird die 15-zählige Auswahl vom Verlag genannt. Erschienen ist sie im Rahmen des Projekts »Copa da Cultura – Brasilien und Deutschland 2006«. Die »gescouteten« Texte sind teilweise älteren Datums, teilweise extra für den vorliegenden Band geschrieben. Und zwischen den Zeilen erkennt man, die wenigsten haben Ahnung von Fußball. Die Geschichten tendenziell langweilig, selten witzig. Die Übersetzung ist auch wenig qualitätssteigernd.
So recht mag dieses Team also nicht überzeugen. Unsere Prognose für die Literaten-Seleção: Ein Aus in der Vorrunde, nach mühevollen Runden der Qualifikation.

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Anpfiff aus Brasilien. Elf auf dem Platz
Hrsg.: Flávio Moreira da Costa
Verlag: TFM – Teo Ferrer de Mesquita; 2006, 160 Seiten
Produziert von Fernando Meirelles, Regisseur des Rio-Klassikers »City of God«, gesponsert vom amerikanischen Sportkonzern Nike, erschienen in der ansehnlichen DVD-Edition von den geschäftstüchtigen Magazinkollegen »11 Freunde«.
»Ginga« erzählt uns zehn individuelle Fußballgeschichten und versucht der Seele des brasilianischen Fußballs auf den Grund zu gehen. Unter anderem werden der Futsal-Weltmeister Falcão, der einbeinige Wescley, der Favela-Kicker Romarinho und die Copacabana-Strandgöttin Natalie mit charmanten Portraits gezeichnet und sie stellen sich der Frage: »Was ist Ginga?« Eines steht fest: Sie alle haben es. Aber es bleibt unbeschreibbar. Weil man hat es eben, oder nicht. In Brasilien wird man quasi mit »Ginga« geboren, in Österreich, tja, eher wahrscheinlich, ziemlich sicher, nicht. Ästhetisch äußerst hochwertige Angelegenheit.

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Ginga – Die Seele des brasilanischen Fußballs
Regie: Henk Levine, Marcelo Machado und Tocha Alves
Edition 11 Freunde; 2005, 78 Minuten
Daniel ist dicker als seine gleichaltrigen Kollegen in meiner auszubildenden Elf. Daniel hat anatomische Nachteile bei der Ausübung seines liebsten Spiels. Daniel ist Ersatztorwart. Und Daniel kann noch keine einzige Minute zwischen seinen geliebten Pfosten verbuchen. Das alles ist bitter für Daniel. Und bitter für mich. weiter

Fotograf David Schreyer fotografierte für »Null Acht – Magazin für Rasenpflege« die bereits dritte »Umkleidekabine«. Well done!

Orangensaft am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen? Ja, sicher, du Weichei! Die harten Jungs aus St. Pauli trinken schon zum Frühstück Bier aus Weltpokalsieger-Bezwinger-Trophäen und lassen sich dazu frisch gebackenes Toastbrot schmecken. Hart muss es sein, im Optimalfall schwarz.
Weil schwarz, so die ausführlichen Corporate Design-Richtlinien vom Zweitliga-Verein aus Hamburg, darf und soll viel sein: der Kapuzenpullover, das T-Shirt, die Hundeleine und – warum auch nicht – der Frühstückstoaster.
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Toaster Totenkopf
27×16×19 cm, 230 V, 60 Hz, 750 W, EUR 34,95
Weblink: http://www.fcstpauli-shop.de

Wer war Maria Chuteira? Was ist ein »Gol Fechado«? Wo steht das Stadion Zerão? Von A wie Adrianinho über S wie Styroporbox bis Z wie Zuckerhut. Das fabulöse Lexikon des brasilianischen Fußballs! Mit 200 Begriffen! In Bearbeitung.
Der ballestrische Haus- und Hofarzt Dr. Wolfgang Pennwieser greift weiterhin neben Skalpell und Stethoskop zu Füllfeder und – wir vermuten – Duden. Der gelernte Biobauer und Ballesterer-Redakteur erklärt uns auf 144 Seiten die medizinische Welt des »Wehwehsports«. Von A wie Achillessehnenreizung über F wie Frühjahrsmüdigkeit bis Z wie Zehenbruch reichen die Schilderungen aus der Notfallambulanz. Weise Worte von Chefanalytiker Herbert Prohaska und Dr. Robert Lugscheider (»Ein müder Spieler ist ein verletzungsanfälliger Spieler.«), Anekdoten und Tipps für den gesundheitsbewussten Gelegenheitskicker vervollständigen das flott geschnürte Paket. Nie pädagogisch, meistens pointiert: »Eine Fieberblase benötigt etwa sieben Tage bis zur Abheilung – ohne Therapie gut eine Woche.«

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Platzwunde – Dr. Pennwiesers Notfallambulanz für Fußballer
Wolfgang Pennwieser
Verlag: Czernin; 2008, 144 Seiten
Auf »Amazon« unter Bücher / Fachbücher / Architektur / Gebäudelehre / Zweckbau abgelegt. Bei uns im Bücherregal unter Bücher / Stadien / Schweiz / Zürich / Denkmäler. Zugegeben, in beiden Fällen pragmatische Ansätze, dennoch: Denkmal trifft die Sache eher als Zweckbau. Ein intelligent gemachtes Buch (mit DVD) dokumentiert auf charmante und ästhetische Weise den Abriss und Neubau des Zürcher Letzigrundes. Reich bebildert, zweisprachig, stets am schmalen Grat zwischen Architekturpublikation, Fotoband und Nachschlagewerk.
So erfährt man, dass 143 Telefonapparate und 200 Durchwahlnummern vorgesehen sind – man merkt sofort: Hier wird über den Rand der Europameisterschaft geblickt. Der Schweizer Leichtathlet Marco Cribari spricht von einem »Stadion im Massstab der Stadt.« Klingt vernünftig.

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Stadion Letzigrund Zürich
Hrsg.: Stadt Zürich, Hochbaudepartment
Verlag: Gta; 2007, 160 Seiten
Ja, natürlich! Nein, das wird kein Plädoyer für eine bewusste und ausgeglichene Ernährung. Fast im Gegenteil. Ja, natürlich, ich habe ein schlechtes Gewissen, in der Anwesenheit meiner Nachwuchs-Elf zu rauchen. weiter

Ein Tag dauert natürlich immer und überall 24 Stunden. Wenn der Volksmund von »Die Tage werden kürzer« spricht, meint er damit eigentlich: Mit der Anzahl der Sonnenstunden geht’s rapide bergab. Selten kommt dabei richtig Freude auf. Die findigen Sportartikelausstatter aus Beaverton machten sich diesen Umstand zunutze und entwickelten mit Dr. Alan Reichow vom Institut für Optometrie an der Pacific University in Oregon eine besonders kontrastierende Wuchtel. Banal gesprochen ist das Spielgerät gelb. Wissenschaftlich gesprochen handelt es sich dabei um exakt jenen Gelbton, welcher für das menschliche Auge am besten zu erkennen ist.
Bestens geeignet bei färöerischen Schneestürmen, der einen oder anderen Mitternachts-Partie oder bei altersschwachem Flutlicht.
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Total 90 Aerow Hi-Vis
Nike
Weblink: http://www.nike.com
Die dritte Ausgabe von »Null Acht« wurde beim »Joseph Binder Award« in der Kategorie »Editionsdesign« mit einem Pokal in Silber ausgezeichnet. Insgesamt gab es 460 Einreichungen aus zwölf Ländern. Zur Vergabe gelangten schließlich 22 Preise, davon fünf in Gold, sieben in Silber und zehn in Bronze, weitere 25 Beiträge erhielten eine Auszeichnung.
Ein Preis, der von Design Austria zum fünften Mal ausgeschrieben wurde. Benannt nach Joseph Binder (1898 bis 1972), der mit seiner eindrucksvollen und klaren Formensprache zunächst das Grafik-Design in seiner Heimat und in der Folge auch in den Vereinigten Staaten prägte und revolutionierte.

Die Tor-Fixiertheit, mit der uns Spielberichte in Zeitungen und TV-Zusammenfassungen in der Regel serviert werden, verstellt den Blick auf eine der aufregendsten Facetten des Spielgeschehens: den Stangentreffer. Piiinng! Der erhabene Klang, den ein an Pfosten oder Latte klatschender Ball erzeugt, ist in der Sportwelt konkurrenzlos.
Artikel: Der Stangentreffer. Ein Plädoyer. – Text: Christoph Schmiedhofer

Sie nennen es »Kicker«, dachten dabei aber wohl eher an »Wuzzler«. Verziehen sei ihnen. Die zwei Kölner Entwickler meinen es ja gut mit uns: Die Mietpreise steigen, die Kinder beharren noch immer auf ihr eigenes Zimmer und nur noch ein Freund ist aus den legendären Maturazeiten (sie nennen es Abitur) übrig geblieben. Also: Mann gegen Mann. Handgefertigt aus feinstem Kunststoff, in zwei Farbkombinationen (Grüne Wiese, Bolzplatz) erhältlich. Geliefert wird natürlich auch nach Österreich.
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Heimspiel
76 / 40 / 14 cm, 6,5 kg, PE-Kunststoff
Weblink: http://www.heimspiel-kicker.de
Alex Bellos, Brasilien-Korrespondent für den »Guardian« und den »Observer« – sprich, ausgerechnet ein Engländer – schrieb dieses Buch über unser aller liebstes Spiel, mit Schauplatz Brasilien. 2002, kurz nach der Weltmeisterschaft in Südkorea und Japan, erschien dieser rund 400 Seiten starke Ziegel mit den Bestandteilen Fachwissen (der Fallrückzieher geht nicht zurück auf den »schwarzen Diamanten« Leônidas da Silva, sondern wurde bereits 1914 beim Chilenen Ramón Unzaga Asla gesichtet) und unglaublicher Rechercheaufwand (Besuch bei drei brasilianischen Legionären auf den Färöer-Inseln). »Den Eckstoß treten und ihn selber mit dem Kopf verwandeln«, sagt man in Brasilien und umschreibt damit so Typen wie Alex Bellos.
Elf Mal wurde dieses Werk übersetzt. Zu Recht! Eine Bibel für jeden gläubigen Fan. Der Fußballgott hätte seine Freude damit.

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Futebol – Die brasilianische Kunst des Lebens
Alex Bellos
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag; 2004, 400 Seiten
Was für Argentinien Diego Maradona, für Manchester United Éric Cantona ist, das ist und bleibt Manuel Francisco dos Santos – Mané Garrincha – für Brasilien: einer von uns. Einer mit ordentlichen Schwächen, einer, in dem sich unsere Träume und Sehnsüchte spiegeln. Vor 25 Jahren hat er uns verlassen. Das schlampigste Talent der Fußballgeschichte im Portrait. weiter