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		<title>Online! Die Homepage für »Hammerschmid, Pachl, Seebacher – Architekten« aus Graz</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 16:08:10 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Yeah! In Kooperation mit Christian Hoffelner »Hammerschmid, Pachl, Seebacher – Architekten« aus Graz: http://www.hpsa.at]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-medium wp-image-1522" title="Mangolds" src="http://www.blois.at/blog/wp-content/uploads/2011/10/mangolds_01-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></p>
<p>Yeah! In Kooperation mit <a href="http://www.ch-studio.net" target="_blank">Christian Hoffelner</a> »Hammerschmid, Pachl, Seebacher – Architekten« aus Graz: <a href="http://www.hpsa.at" target="_blank">http://www.hpsa.at</a></p>
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		<title>Done! Die neue Webseite von David Schreyer</title>
		<link>http://www.blois.at/blog/2011/12/12/done-die-neue-webseite-von-david-schreyer/</link>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 21:39:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Done! Die neue Webseite von David Schreyer, Bildermacher mit Schwerpunkt Architektur: http://www.schreyerdavid.com/]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-medium wp-image-1434 alignnone" title="Foto: David Schreyer" src="http://www.blois.at/blog/wp-content/uploads/2011/12/110129C-01_schreyerdavid-300x147.jpg" alt="" width="300" height="147" /></p>
<p>Done! Die neue Webseite von David Schreyer, Bildermacher mit Schwerpunkt Architektur: <a href="http://www.schreyerdavid.com/" target="_blank">http://www.schreyerdavid.com/</a></p>
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		<title>Sócrates im Interview: Von Fahnen und Freiheiten</title>
		<link>http://www.blois.at/blog/2011/12/10/socrates-von-fahnen-und-freiheiten/</link>
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		<pubDate>Sat, 10 Dec 2011 08:40:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In Ribeirão Preto, rund vier Autobusstunden nördlich von São Paulo, trafen wir Sócrates auf ein Erfrischungsgetränk seiner Wahl. Fünf Stunden und weitere Erfrischungsgetränke später wussten wir ansatzweise Bescheid über: Demokratie, Corinthians, Lebensläufe, Mona Lisa, Brasilien und, ja, auch Fußball. — Interview: Alois Gstöttner und Karina Lackner, Foto: Alois Gstöttner — Ribeirão Preto, Januar 2009 Der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-1451 alignnone" title="Sócrates, Foto: Alois Gstoettner" src="http://www.blois.at/blog/wp-content/uploads/2009/04/magrao_01.jpg" alt="" width="256" height="384" /></p>
<p><strong>In Ribeirão Preto, rund vier Autobusstunden nördlich von São Paulo, trafen wir Sócrates auf ein Erfrischungsgetränk seiner Wahl. Fünf Stunden und weitere Erfrischungsgetränke später wussten wir ansatzweise Bescheid über: Demokratie, Corinthians, Lebensläufe, Mona Lisa, Brasilien und, ja, auch Fußball. </strong>— Interview: Alois Gstöttner und Karina Lackner, Foto: Alois Gstöttner — Ribeirão Preto, Januar 2009</p>
<p><strong>Der Name Sócrates ist mittlerweile eng verbunden mit Begriffen wie »Freiheit« und »Demokratie« und steht als Marke für das »schöne Spiel«. Du bist Kolumnist für zwei Zeitungen, Arzt, intellektuelle Stimme des Volkes, Kritiker, und Ex-Fußballer. Nach deiner Definition: Wer ist Sócrates wirklich?</strong><br />
Ein Wahnsinniger. In Wahrheit bin ich wirklich verrückt. Grundsätzlich lerne ich sehr gerne und je mehr Gebiete man anschneidet, desto mehr lernt man. Meine Neugierde ermöglicht mir, all das zu tun. Abgesehen von dem, was ihr schon erwähnt habt, schrieb ich noch ein Theaterstück, habe Musik komponiert und bin Schauspieler. Hier in Ribeirão Preto haben wir eine kulturelle NGO gegründet, die mit Theater, Musik, Literatur und Kino arbeitet. Wir haben einen Kinosaal mit 200 Sitzplätzen, ohne Kinokasse – wir haben Partner gefunden, die uns bei diesem Gratisangebot unterstützen.</p>
<p><strong>Du bist also auch so was wie ein sozialer Aktivist?</strong><br />
Brasilien ist ein sehr reiches Land, aber mit einer sehr ungleichen Einkommensverteilung. Die soziale Situation in diesem Land ist einfach dramatisch. Auf irgendeine Art und Weise müssen wir also versuchen diese Situation zu ändern. Ich kämpfe eigentlich ständig dafür, ich sehe es als meine Pflicht.<span id="more-504"></span></p>
<p><strong>Siehst du dich auch als Antithese zum klassischen brasilianischen Fußballer?</strong><br />
Es gibt an mir keine Logik, alles ist verkehrt an mir. Ich bin 1,92 m groß und habe Schuhgröße 41 – das erregt natürlich Aufmerksamkeit. Ich habe im Sport immer mit Limitierung leben müssen: Während eines Medizin-Studiums hast du nebenbei nicht viel Zeit, professionell zu trainieren. Du passt dich also an die jeweilige Situation an. Ich könnte in einer Wüste nicht existieren, es gibt aber Menschen, die können auch dort überleben. Das ist eine Frage des Evolutionsprozesses. Ähnlich entstand auch mein Elfmeter ohne Anlauf. Ich habe einiges probiert und kam zu dem Schluss, es sei so am besten. An dieser Technik habe ich bis heute keine Zweifel.</p>
<p><strong>Dem Elfer liegen also keine ästhetischen Gedanken zugrunde?</strong><br />
Nein, eigentlich nicht. Natürlich gibt es immer einen kleinen Prozentsatz an ästhetischen Anforderungen. Um Aufmerksamkeit zu erregen und um Leute zur Diskussion zu provozieren.</p>
<p><strong>Aufmerksamkeit hat auch die von Wladimir, Casagrande und dir initiierte Demokratiebewegung »Democracia Corinthiana« erregt. In der Folge wurde viel in der Struktur der Corinthians verändert.</strong><br />
In einer klassischen Arbeitsbeziehung, vor allem zur Zeit der Militärdiktatur, hatte der einfache Arbeiter keine Möglichkeit, gehört zu werden, nicht einmal, wenn es um Angelegenheiten der eigenen Tätigkeit ging. Wir haben diesen Prozess bei Corinthians umgekehrt. Wir haben uns Rechte erkämpft, die bis heute selten sind. Wir haben jede Entscheidung kollektiv getroffen und uns an der gesamten Clubführung mitbeteiligt. Und das mit einem einzigartigen Gleichheitsniveau: Der einfachste Angestellte hatte das gleiche Gewicht wie der Repräsentant des Unternehmens, seine Stimme hatte den gleichen Wert. Es war also alles sehr demokratisch. Diese Zeit war wunderbar und hat uns alle verändert. Die Personen, die in dieser Mikrogesellschaft involviert waren, haben ständig kommuniziert, jeder hat teilgenommen und mit entschieden. Die Neuen waren am Anfang wirklich verzweifelt: »Warum spricht hier niemand über Fußball?«</p>
<p><strong>Das Ende der »Democracia Corinthiana« war dein Wechsel nach Italien, zum AC Florenz. Warum hast du das Land damals verlassen?</strong><br />
In Wirklichkeit war ich einfach frustriert. 1984 haben wir für eine Verfassungsänderung, die eine der ersten demokratischen Präsidentenwahlen ermöglichen sollte, eine Riesenkampagne im Land organisiert. Zum letzten großen Treffen beim Anhangabaú in São Paulo kamen 1,5 Millionen Menschen. Das war der Anfang von allem. Doch der Kongress stimmte der Gesetzesänderung nicht zu. Na gut, da hab’ ich mir gedacht, was soll’s. Die Einladung kam und ich dachte, dann bin ich weg.</p>
<p><strong>Welchen Einfluss hatte eure Bewegung auf die politische Entwicklung des Landes?</strong><br />
Fußball ist ein Medium, dessen Sprache praktisch die diversen Regionen und Kulturen innerhalb unserer Grenzen vereinheitlicht. Und es ist ein Medium mit großer Transparenz, mit großer Sichtbarkeit. Also, denke ich, war unsere Bewegung für den Diskurs über den demokratisierenden Prozess des Landes sehr unterstützend. Das Land war noch nicht daran gewöhnt, sein Recht zu wählen auszuüben, das Recht, seinen Repräsentanten selbst zu bestimmen. Es war also ein fundamentales Hilfsmittel im Prozess der Neugestaltung des Landes.</p>
<p><strong>Was muss sich in Brasilien, deiner Meinung nach, an der Organisation und Struktur des Fußballs noch generell ändern?</strong><br />
In Wirklichkeit muss sich eigentlich fast alles ändern. Zuerst die Basis: Man muss dieses Volk erziehen. Ohne Erziehung unterstützt du die bestehenden Ungleichgewichte. Die sportliche Administration in Brasilien hat zu viel Freiheit und Autonomie. Die Statuten können nach Lust und Laune verändert werden. Der Staat muss hier einen Riegel vorschieben. Die brasilianische Verfassung wurde, was die Sportadministration betrifft, das letzte Mal 1988 geändert. Die Führungskräfte haben sich sozusagen verewigt. Sie haben unendliche politische und wirtschaftliche Macht. Der brasilianische Fußballverband gewinnt an finanziellen Mitteln und kontrolliert damit auch politische Aspekte. Und alles bleibt in nur einer Hand, ohne die Kontrolle des Staates. Dieses Ungleichgewicht muss bekämpft werden, das heißt, man sollte diesen Prozess demokratisieren und würde somit Machtverhältnisse regelmäßig verändern können.</p>
<p><strong>Der Job des Präsidenten des brasilianischen Fußballverbandes würde dich nicht reizen?</strong><br />
Ja, klar würd’ ich den machen. Bloß komplett anders. Denn eine Sache, die in diesem Land fehlt, ist, dass Sport als Erziehungstraining verwendet wird. Viele andere sozial besser entwickelte Länder machen das, doch wir verwenden das nicht. Dabei wäre es so billig. Mit einem »Ballerzieher« kann man vieles andere auch erziehen. So etwas wie eine Basiserziehung, soziale Beziehungen, das Zusammenleben mit anderen Personen. Das ist das Schwierigste und das, was uns auch am meisten fehlt. Fußball kann dir eine Ahnung vermitteln, was Gesellschaft bedeutet.</p>
<p><strong>Es hat sich seit der »Democracia Corinthiana« also nicht viel verändert im Bereich der Fußballorganisation?</strong><br />
Nein, weil man das Medium selbst nicht verändern kann. In Wirklichkeit war die »Democracia Corinthiana« eine kleine Insel. Ein Insel, die eine gewisse Zeit überlebt hat.</p>
<p><strong>Welche Bedeutung hat Corinthians für die Menschen in Brasilien?</strong><br />
Corinthians ist wie eine Fahne, die eine Legion von Anhängern zusammenschließt. Diese Fans haben das Gesicht, das Aussehen von Brasilien. Der Migrant, der Leidende und der Kämpfer. Ich sehe also die Wichtigkeit der corinthianischen Flagge genau darin – sie ist der Kern des Zusammenschlusses der sozial Bedürftigsten dieses Landes. Natürlich existiert zusätzlich immer noch eine gemeinsame sportliche Vision, aber wenn sich dieses Publikum organisieren würde, wären sie sehr stark und könnten etwas bewegen. Diese Flagge könnte vielleicht wichtiger sein als unsere Nationalflagge.</p>
<p><strong>Wie erklärst du dir die doch häufigen Ausschreitungen bei den Spielen?</strong><br />
Wie bei jeder populären Organisation gibt es hier mehrere Seiten. Man vereint hier Werte von absolut verschiedenen Charakteren. Wenn du eine interessante Flagge hast, die es schafft, einen Großteil der Bevölkerung anzuziehen, dann veränderst du den Kontext und die Verhaltensweise und sie wird fester Bestandteil in einem politischen Prozess, und infolgedessen wird sie mit einer größeren sozialen Verantwortung beladen. Der Unterschied ist, dass du unterhalb dieser großen Flagge eines Sportclubs gewaltbereite Gruppierungen hast, die sich darin schützen. Personen ohne Perspektive, was auch beim englischen Fußball vor 30 Jahren passiert ist. Was hatten diese jungen Menschen für Perspektiven? Kaum welche. In Europa haben die Menschen vielleicht eine speziellere Ausbildung, aber keine Arbeits- oder Lebensperspektiven. Für sie ist der Fußball optimal, am Spielfeldrand lassen sie Dampf ab. Du hast eine Masse an Menschen, die dich beschützt, so etwas wie ein Truppe. Allein ist es schwieriger zu provozieren. Es ist eine große Frage der sozialen Perspektive. Und der Sport, in diesem Fall Fußball, da er der beliebteste ist, erlaubt diese Entgleisung. Egal wo, hier oder in Europa – das ist die Situation dieser Gesellschaft.</p>
<p><strong>Man hat das Gefühl, als würde Fußball wie eine Art Religion praktiziert werden. Viele Brasilianer haben ein Team, in das sie »hineingeboren« werden, obwohl sie Fußball selbst nicht sonderlich mögen. Warum, glaubst du, spielt Fußball hier in diesem Land so eine große Rolle?</strong><br />
Ich glaube, der Fußball hängt sehr mit unserer Identität zusammen. Der Brasilianer generell ist in gewisser Weise frech. Man kann leben, kann frei und unabhängig sein. Das alles gelingt mithilfe des Fußballs. Es ist ein Spiel der Freiheit, auf der Suche nach einer ganz speziellen Situation, die du in deinem Alltag nicht vorfindest. Der Fußball erlaubt den Personen eine gewisse Kreativität. In allen anderen Sportarten konkurriert man, doch diese ganz spezielle Leidenschaft gibt es nur im Fußball.</p>
<p><strong>Diese brasilianische Unbekümmertheit und Leichtigkeit hat auch viel mit einem europäischen Mythos zu tun, dass die Kinder direkt vom Strand oder von der Straße entdeckt und für Clubs engagiert werden. Handelt es sich hier tatsächlich um einen Mythos oder hat sich die Situation in den letzten Jahrzehnten einfach verändert?</strong><br />
Der Fußball hat sich wirklich sehr verändert. Er wird immer mehr gesteuert. Vor einiger Zeit war es so, dass der Fußballspieler auf der Straße oder am Strand mit einer gewissen Natürlichkeit geboren wurde. Heute nicht mehr. Es gibt gesteuerte Strukturen, die diese Natürlichkeit nicht mehr zulassen. Es ist sehr eingeschränkt und sogar in der Beziehung mit dem eigenen Talent sehr restriktiv. Heute zum Beispiel haben wir genau deswegen viel weniger Spieler, die wirklich großartig spielen, als vor drei oder vier Jahrzehnten. Die Leute, die als Ausbilder für den Nachwuchs arbeiten, haben keine Ahnung. Weder pädagogisch noch sportlich. Das heißt, anstatt zu helfen, verhindern sie nur. Es bleibt aber trotzdem so etwas wie ein großer Speicher an großartigen Fußballspielern. Er wird mit dem Ball geboren, mit genau dieser Suche nach Freiheit. Trotz dieses fortschreitenden restriktiven und beschneidenden Prozesses tauchen hier immer wieder große Talente auf, mehr als in anderen Kulturen.</p>
<p><strong>Also kein globalisierender Prozess?</strong><br />
In Wahrheit verknüpfen sich die Kulturen aufgrund ihres vereinfachten Zugangs zueinander. Heute gibt es keine Isolation mehr. Du hast online Kontakt mit jedem auf der ganzen Welt. Jede Ausdrucksform, egal welche, hat eine große kulturelle Nähe zu jeder anderen. Aber die Wurzel bekommst du nicht. Das ist unmöglich. Ihr selbst werdet nie Schwarze der Favelas von Rio de Janeiro sein. Das geht nicht. Ihr könntet vielleicht versuchen so zu leben, aber eure Wurzel kann euch niemand nehmen. Und der brasilianische Fußball versucht derzeit an seiner eigenen Wurzel rumzustochern und nimmt sich somit etwas von seiner Identität.</p>
<p><strong>Stichwort Wurzeln: Zurzeit spielen Tausende Brasilianer außerhalb des Landes. Welche Auswirkung hat das auf die brasilianische Liga?</strong><br />
Das hat einen wirtschaftlichen Grund und ich sehe das als eine der Konsequenzen unserer schlechten Fußballadministration. Wenn wir eine kompetentere Administration hätten, die sich auch mit einer wirtschaftlichen Rehabilitierung beschäftigen würde, würden diese Spieler das Land nicht verlassen. Wenn ich Kunstvermittler von Leonardo da Vinci wäre, verkaufte ich natürlich nicht Leonardo da Vinci, sondern sein Werk, die Mona Lisa. Wir machen das Gegenteil, wir verkaufen die Künstler und kaufen deren Werke zurück. Wir zahlen an kostenpflichtige TV-Sender, um das Spiel eines Brasilianers in Europa zu sehen. Es müsste genau das Gegenteil sein: Die Typen sollten sich von hier aus an die ganze Welt verkaufen. Die ganze Welt würde dafür zahlen, so wie Brasilianer auch für italienische, englische oder deutsche Meisterschaften bezahlen, um ihre eigenen Spieler spielen zu sehen.</p>
<p><strong>Siehst du, außer diesen wirtschaftlichen Angelegenheiten, noch Unterschiede zwischen dem brasilianischen und dem europäischen Fußball?</strong><br />
Heute gibt es da natürlich viel weniger. In Wahrheit ist es folgendermaßen: Der europäische Fußball hat sich durch seine engeren Kontakte innerhalb der Struktur ein bisschen verändert. Die Afrikaner, die Südamerikaner sind alle in direktem Kontakt mit Europa. Natürlich hat sich der europäische Fußball verändert, aber er hat weniger von seiner Identität und Kultur verloren. Der brasilianische hat sehr viel verloren. Nicht wegen diesem Kontakt, aber aufgrund eines enormen Mangels an Selbstvertrauen in unserer Kultur. Seitdem wir die Weltmeisterschaft 2002 mit einem effizienten, aber »hässlichen« Team gewonnen haben, hat dieser Transformationsprozess begonnen: die Wertsteigerung der Effizienz im Verhältnis zur Qualität des Spektakels. Was zählt, ist das Gewinnen, egal wie – das Spiel wird hässlich. Stell dir vor, du liebst jemanden und hast nur ein Kind mit ihm. Ist das dann keine Freude? Zahlt sich das nicht trotzdem aus?</p>
<p><strong>Welche Ideen hättest du zur Reästhetisierung des Spiels?</strong><br />
Früher war es viel spielerischer, sehr kunstvoll, ein talentorientiertes Spektakel. Daneben haben die Sportler in den letzten 40 Jahren einen großen physischen Evolutionsprozess durchgemacht. Die Sorge um Effizienz ist größer als in den Jahrzehnten zuvor. Was heute fehlt, ist die Anpassung des Spiels an die aktuelle Kondition. Vor 40 Jahren legte ein Spieler nur um die vier Kilometer beim Spiel zurück. Das heißt, die Räume sind heute viel eingeschränkter und es gibt viel mehr Körperkontakt – das Spiel ist somit weniger schön. Mein Lösungsvorschlag wäre, nur neun Spieler auf den Platz zu schicken, um die Bewegungsräume wieder zu aktivieren. So gäbe es mehr Raum, mehr Zeit zum Denken und die Kunst würde wieder vielfältiger werden.<br />
Und weiters: mehr erlaubte Auswechslungen. Bei einem Spiel mit 90 Minuten bei 40 Grad ist es unmöglich, das gleiche Leistungsniveau zu halten. Mit mehr erlaubten Auswechslungen würde man sich damit leichter tun – eine Theorie, die sowieso viel diskutiert wird und die ich auch immer wieder anspreche. Denn genau darum geht es: Diskussion und Reflexion zu provozieren.</p>
<p><strong>Viele bezeichnen die Seleção von der Weltmeisterschaft 1982 als eine der »schönsten«, obwohl sie nicht gewonnen hat. Du hast einmal gesagt, dass dir Titel nicht wichtig sind.</strong><br />
Wozu braucht man Titel? Für den Lebenslauf? Den kannst du dir dann in die Tasche stecken, zusammenfalten und zerreißen. Wenn du an einem großen Ereignis teilnimmst, ist das Wichtigste der Titel, Erfolg zu haben. Gewinn und Erfolg ist das Einzige, was für viele Menschen zählt. Aber es gibt diese und jene Werte. Ich meine: Jede Sekunde in meinem Leben muss die beste sein und die nächste muss die vorangegangene übertreffen. Was wirklich zählt, ist Glücklichsein.</p>
<p><strong>Noch eine obligatorische Frage: Was hältst du von der aktuellen Seleção?</strong><br />
Ach, das ist alles irgendwie immer noch ziemlich verloren. Viele spielen heute bloß für die Seleção, um sich den Weg nach Europa zu erleichtern. Man versteht irgendwie nicht wirklich, was die Ideologie hinter diesem Prozess sein soll, es gibt kein Gesicht, keine Identität. Kein Team. Bloß eine Ansammlung von Einzelpersonen.</p>
<p><strong>Der brasilianische Fußball wird oft als positives Beispiel für rassismusfreies Terrain herangezogen. Entspricht dieses Bild der tagtäglichen Wirklichkeit?</strong><br />
Nein, natürlich gibt es auch im brasilianischen Fußball Rassismus. Aber ohne große Unterschiede zur jeweiligen Gesellschaft, in der man sich befindet – das ist ihr Gesicht. Eventuell aufgrund anderer Interessen spielt sich das Ganze versteckter ab, aber Rassismus gibt es definitiv. Aber er hat viel mehr einen wirtschaftlichen als sozialen Hintergrund: »Schwarz« ist das Synonym für arm. Ein dunkelhäutiger Brasilianer hat entscheidend weniger Möglichkeiten als ein Weißer. Aber wenn er das erreicht, was Weiße erreichen – was bestimmt kein leichter Kampf ist –, dann wird er genauso respektiert wie die anderen. Im Fußball selbst merkt man das kaum, auch weil die brasilianische Gesellschaft im Grunde schwarz ist.</p>
<p><strong>Bist du stolz, Brasilianer zu sein?</strong><br />
Ich möchte es vielleicht nicht unbedingt Stolz nennen, aber ich habe eine immense Freude dabei, Brasilianer zu sein. Stolz ist mir ein bisschen fern, weil sich dieses Land noch sehr verbessern muss, aber ich liebe es. Ich kann mir nicht vorstellen, in einem anderen Land zu wohnen. Meine Seele ist zutiefst brasilianisch.</p>
<p><strong>–</strong><br />
<strong>SC Corinthians Paulista</strong><br />
Traditionsreicher Arbeiterklub aus São Paulo, benannt nach der heute nicht mehr existierenden Londoner Amateurmannschaft »Corinthians F.C.«. Besitzt eine der größten und fanatischsten Anhängerschaften Brasiliens, darunter die über 55.000 zahlende Mitglieder fassende politisch linke Ultrà-Gruppierung »Gaviões da Fiel« (»Treue Falken«). Diese gründeten 1976 eine eigene Sambatruppe für den Karnevalsumzug. Aus der Sambatruppe wurde eine Sambaschule, und so kommt es zu dem Kuriosum, dass ein Fußballfanclub zwei Mal den Karnevalswettbewerb der Sambaschulen in São Paulo gewonnen hat. Nicht nur diese bezeichnen den Klub gerne als den »besten der Welt«, vor allem seit dem Gewinn der Klub-Weltmeisterschaft 2000. An diesem inofiziellen Titel kratzt die Tatsache, dass die Corinthians im Gegensatz zum Lokalrivalen Palmeiras nie die Copa Libertadores gewinnen konnten, weshalb ihnen diese Bezeichnung in São Paulo mit Leidenschaft abgesprochen wird.<br />
Weblink: <a href="http://www.corinthians.com.br" target="_blank">http://www.corinthians.com.br</a></p>
<p><strong>–</strong><br />
<strong>Sócrates</strong><br />
Eigentlich: Sócrates Brasileiro Sampaio de Souza Vieira de Oliveira. Wer so einen klingenden Namen hat, kann kein schlechter Fußballspieler sein? Richtig! Bei den Weltmeisterschaften 1982 und 1986 führte der exzentrische Kapitän jeweils die Mannschaft auf den Platz. Zwischen 1978 und 1984 spielte er bei Corinthians, »seinem Verein«, und schoss in 297 Spielen 172 Tore. AC Florenz, Flamengo und der FC Santos waren seine weiteren Karrierestationen. 2004 – im stolzen Alter von 50 – gab »Doutor« Sócrates sein zwölfminütiges Inseldebüt beim englischen Neuntligisten Garforth Town. Sócrates lebt in Ribeirão Preto und São Paulo und ist Vater von sechs Söhnen. Sein elf Jahre jüngerer Bruder Raí war ebenfalls Kapitän der Seleção und gewann mit ihr den Titel bei der Weltmeisterschaft 1994.</p>
<p><strong>–</strong><br />
<strong>Democracia Corinthiana</strong><br />
Von den drei Corinthians-Spielern Sócrates, Wladimir und Casagrande 1982 initiierte Demokratiebewegung mit politischem Background. Als Aufruf zur Wahlbeteiligung prangte auf ihren Dressen »DIA 15 VOTE«. Eine Kommunalwahl, die den Weg zur Beendigung der 20-jährigen Militärdiktatur ebnen sollte. Casagrande: »Wir alle wurden zu politischen Idolen, Künstlern und Intellektuellen. Wir haben Gratulationskarten von der ganzen Welt erhalten und das hat dazu geführt, dass wir immer mehr über die soziale und politische Gegenwart des Landes gelesen haben. Wir haben so viel gelesen. Wir haben sogar in den Trainingspausen gelesen.«</p>
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		<title>Spielplan: Show de Bola [ tbc ]</title>
		<link>http://www.blois.at/blog/2011/04/15/spielplan-show-de-bola/</link>
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		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 22:00:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Show de Bola]]></category>
		<category><![CDATA[Serie: Show de Bola]]></category>

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		<description><![CDATA[20.04.2011 Avaí – Botafogo 1:1 Copa do Brasil Florianópolis, Estádio da Ressacada 10.04.2011 Botafogo – Flamengo 0:2 Campeonato Carioca – Taça Rio Rio de Janeiro, Estádio Olímpico João Havelange 26.03.2011 Palmeiras – CA Bragantino 3:0 Campeonato Paulista – Série A1 São Paulo, Estádio do Canindé 24.03.2011 AA Ponte Preta – Ituano: FC 1:2 Campeonato Paulista [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-1501" title="Foto: Alois Gstoettner" src="http://www.blois.at/blog/wp-content/uploads/2011/04/5569032308_5133ecc00f_m.jpg" alt="" width="240" height="240" /></p>
<p><strong>20.04.2011</strong><br />
Avaí – Botafogo 1:1<br />
Copa do Brasil<br />
Florianópolis, Estádio da Ressacada</p>
<p><strong>10.04.2011</strong><br />
Botafogo – Flamengo 0:2<br />
Campeonato Carioca – Taça Rio<br />
Rio de Janeiro, Estádio Olímpico João Havelange</p>
<p><strong>26.03.2011</strong><br />
Palmeiras – CA Bragantino 3:0<br />
Campeonato Paulista – Série A1<br />
São Paulo, Estádio do Canindé</p>
<p><strong>24.03.2011</strong><br />
AA Ponte Preta – Ituano: FC 1:2<br />
Campeonato Paulista – Série A1<br />
Campinas, Estádio Majestoso</p>
<p><strong>23.03.2011</strong><br />
Guarani FC – São José EC 1:0<br />
Campeonato Paulista – Série A2<br />
Campinas, Estádio Brinco de Ouro da Princesa</p>
<p><strong>23.03.2011</strong><br />
Red Bull Brasil – Palmeiras B 1:0<br />
Campeonato Paulista – Série A2<br />
Campinas, Estádio Majestoso</p>
<p><strong>13.03.2011</strong><br />
FC São Paulo — EC Santo André 3:0<br />
Campeonato Paulista – Série A1<br />
São Paulo, Estádio do Morumbi</p>
<p><strong>26.02.2011</strong><br />
Juventus – Itapirense 0:0<br />
Campeonato Paulista – Série A3<br />
São Paulo, Estádio Conde Rodolfo Cresspi</p>
<p>—<br />
<strong>31.01.2009</strong><br />
Corinthians – Oeste 4:1<br />
Campeonato Paulista – Série A1<br />
São Paulo, Estádio do Pacaembu</p>
<p>—<br />
<strong>07.12.2008</strong><br />
Palmeiras – Botafogo 0:1<br />
Brasileirão, Série A<br />
São Paulo, Estádio Palestra Itália</p>
<iframe src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.blois.at%2Fblog%2F2011%2F04%2F15%2Fspielplan-show-de-bola%2F&amp;layout=standard&amp;&amp;width=600&amp;action=like&amp;colorscheme=light" scrolling="no" frameborder="0" allowTransparency="true" style="border:none; overflow:hidden; width:600px;margin-top:5px;"></iframe>]]></content:encoded>
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		<title>»Show de Bola!« auf Flickr</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Mar 2011 15:20:17 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die »Show des Balles!«, jetzt auch auf Flickr: http://www.flickr.com/photos/golaco/sets/72157626374648158/ Und hier, für die Freunde der kartographieschen Navigationsform: http://www.flickr.com/photos/golaco/sets/72157626374648158/map/]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-1485" title="Foto: Alois Gstoettner" src="http://www.blois.at/blog/wp-content/uploads/2011/03/5568455551_cfe9239c19_m.jpg" alt="" width="240" height="240" /></p>
<p>Die »Show des Balles!«, jetzt auch auf Flickr: <a href="http://www.flickr.com/photos/golaco/sets/72157626374648158/" target="_blank">http://www.flickr.com/photos/golaco/sets/72157626374648158/</a></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1511" title="Bildschirmfoto 2011-12-14 um 03.05.25" src="http://www.blois.at/blog/wp-content/uploads/2011/03/Bildschirmfoto-2011-12-14-um-03.05.25.png" alt="" width="332" height="257" /></p>
<p>Und hier, für die Freunde der kartographieschen Navigationsform: <a href="http://www.flickr.com/photos/golaco/sets/72157626374648158/map/" target="_blank">http://www.flickr.com/photos/golaco/sets/72157626374648158/map/</a></p>
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		<title>Keine Frage der Klasse. Das Edifício Copan in São Paulo von Oscar Niemeyer.</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Mar 2011 21:20:16 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das Wohngebäude Edifício Copan in São Paulo ist bis heute eine lebendige Skulptur der südamerikanischen Moderne. Ein Lokalaugenschein zwischen den Jahrzehnten. Text und Fotos Alois Gstöttner, São Paulo (Album / Der Standard, Ausgabe: 26./27. März 2011); Profil auf Nextroom.at Tom Jobim komponierte mit »The Girl from Ipanema« ein Juwel des Bossa Nova. Die Seleção feierte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Wohngebäude Edifício Copan in São Paulo ist bis heute eine lebendige Skulptur der südamerikanischen Moderne. Ein Lokalaugenschein zwischen den Jahrzehnten.</p>
<p>
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</div>	

<br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Text und Fotos</strong><br />
Alois Gstöttner, São Paulo (Album / <a href="http://derstandard.at/1297821470012/Architektur-Keine-Frage-der-Klasse" target="_blank">Der Standard</a>, Ausgabe: 26./27. März 2011); Profil auf <a href="http://www.nextroom.at/actor.php?id=70187&amp;inc=home" target="_blank">Nextroom.at</a></p>
<p>Tom Jobim komponierte mit »The Girl from Ipanema« ein Juwel des Bossa Nova. Die Seleção feierte ihren zweiten Weltmeistertitel in Chile. Und die Architekturretorte Brasília wurde die neue Hauptstadt des Landes. Die frühen 1960er-Jahre, eingebettet in ein visionäres, eigenständiges und modernes gesellschaftliches Klima. Oder, wie Stefan Zweig vor mehr als 70 Jahren seinen Exil-Zufluchtsort charakterisierte: »Brasilien. Ein Land der Zukunft«.</p>
<p>In dieser pulsierenden Ära realisierte der Architekt Oscar Niemeyer im Herzen der rapid wachsenden Millionenmetropole São Paulo einen Wohnbau der Superlative. Das <a href="http://www.copansp.com.br/" target="_blank">Edifício Copan</a>, das 1957 zu bauen begonnen und schlussendlich neun Jahre später unter Carlos Lemos fertiggestellt wurde, ist eine 140 Meter hohe Wohnmaschine mit 32 Etagen, 1160 Wohneinheiten und einer eigenen Postleitzahl.<br />
<span id="more-1256"></span><br />
Es gibt sechs Bereiche, die durch getrennte Zugänge direkt aus der erdgeschoßigen Gewerbezone erschlossen werden. Zwischen Außenwelt und Innenleben liegt nur ein Aufzug und einer der 20 Portiere, die rund um die Uhr für die Sicherheit der Bewohner zuständig sind.</p>
<p>Doch nicht nur die Superlative ist prägend für dieses Megaprojekt, sondern auch der damals visionäre Anspruch, die verschiedenen sozialen Schichten innerhalb eines einzigen Gebäudes zu integrieren. So liegen etwa zweigeschoßige Luxuslofts mit über zweihundert Quadratmetern direkt neben den Minimalvarianten bescheidener Single-Garçonnièren. Der brasilianische Kunststudent wohnt über der japanischen Immigrantenfamilie, die erfolgreiche Rechtsanwältin neben dem arbeitslosen polnischen Medienkünstler. Das Edifício Copan ist ein soziales Biotop, eine moderne Architekturinstallation und keine Frage der Klasse. So hält das soziale Versprechen des Edifício Copan bis heute. Im klassenbewussten Brasilien stellt das keine Selbstverständlichkeit dar: Die benachbarten Bezirke sind geprägt durch homogenere Wohnformen und nivellierte soziale Durchmischung.</p>
<p>Viele der Apartments wichen in den 1980er-Jahren dem hauseigenen Rotlichtbezirk. Im Rahmen der nötigen Revitalisierung folgten den Bordellen später dann Reisebüros, Videotheken, Optiker, Frisöre und Nagelstudios. Sieben davon haben in der nach außen offenen Erdgeschoßzone, die in Form kleiner Geschäftsstraßen die Niveauunterschiede der angrenzenden Plätze und Straßen ausgleicht, bis heute überlebt und florieren wie am ersten Tag.</p>
<p>Neben rund 60 weiteren Läden, Restaurants und dem herrlichen Stehcafé Floresta mit dem vielleicht besten Kaffee der Stadt gibt es ein ehemaliges Kino, das heute als Veranstaltungssaal der zweifelhaften Freikirche »<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Igreja_Renascer_em_Cristo " target="_blank">Renascer em Cristo</a>« (»Wiedergeburt in Christus«) genutzt wird. Der Mix ist so vielfältig wie bei Le Corbusier, dem bedeutendsten Meister der Moderne, der dieses Konzept bereits 20 Jahre zuvor in der Unité d&#8217;Habitation in Marseille realisiert hatte.</p>
<p>Auch formal und städtebaulich setzt das Copan neue Maßstäbe. Wie die Welle einer sanften Sinuskurve steht es auf einer dreieckigen Parzelle unweit der zentralen Praça da República. Die unverwechselbar Formensprache entwickelte sich zu einem Markenzeichen Niemeyers und somit auch zu einem Teil der Identität der brasilianischen Stadtlandschaften.</p>
<p>Viele weitere Entwürfe des Pritzker-Preisträgers (1988) folgen in der Formensprache »der freien und sinnlichen Kurve, die ich in den Bergen meines Landes finde, im mäandernden Lauf seiner Flüsse, in den Wolken des Himmels, im Leib der geliebten Frau. Das ganze Universum ist aus Kurven gemacht. Das gekrümmte Universum Einsteins.«</p>
<p>Die signifikante Form des Copan, das viele Paulistas wie einem Wahrzeichen huldigen, ergibt sich nicht zuletzt durch die elegante horizontale Strukturierung der Fassade. Als wäre Niemeyer einer Frau mit dem Kamm durchs Haar gefahren, wird die Welle in jedem Geschoß von drei Betonlamellen akzentuiert. Sie erstrecken sich über die gesamte Länge und bieten Schutz vor Sonne, Regen und Blicken. Diese Diktatur des Blicks beschränkt die Wahrnehmung der Außenwelt auf den Lärmpegel eines Flugfeldes und auf ein Bild der Stadt, das nur einen gerahmten und eng gesteckten Blick auf die Fassaden der benachbarten Hochhäuser zulässt. Zu dicht ist mittlerweile die Bebauung, um diesem Blickregime zu entkommen. Umgekehrt ist auch die Ansicht von der Stadt auf das Hochhauslängst verbaut. Es findet sich keine Perspektive zur Erfassung des gesamten Volumens, wie dies etwa auf Archivaufnahmen dokumentiert ist.</p>
<p>Kritiker bemängeln die ungenügende Funktionsweise von Niemeyers Bauten und reduzieren sie auf ihre unbestrittenen ästhetischen Qualitäten. Als das fotogenste Projekt gilt das Museum für zeitgenössische Kunst in Niterói, ein beliebtes Referenzbild für jeden Hochglanz-Reiseführer. Der mittlerweile 103 Jahre alte »Godfather of Modern Architecture in Brazil« antwortet in der sehenswerten Dokumentation »<a href="http://www.art-magazin.de/architektur/23057/oscar_niemeyer_das_leben_ist_ein_hauch " target="_blank">Das Leben ist ein Hauch</a>« des Regisseurs Fabiano Maciel mit der gelassenen Weisheit eines älteren Herrn: »Wenn man nur die Funktion bedient, wird das Ergebnis eben Scheiße.«</p>
<p>Trotz aller Alters- und Verschleißerscheinungen zählt das Copan heute wieder zu den schicken und angesagten Adressen in Sampa, wie die Elf-Millionen-Metropole São Paulo auch liebevoll genannt wird. Das Viertel rund um den Praça da República erfuhr in den letzten Jahren eine stetige Aufwertung, der Leerstand und die Kriminalitätsraten sind rückläufig, die Wohnqualität zunehmend attraktiver.</p>
<p>Das »Gesetz der sauberen Stadt« (»Lei Cidade Limpa«) war das kontroversiellste Projekt im Rahmen dieses anhaltenden Prozesses. 2007 initiiert, untersagt es unter anderem Werbung im öffentlichen Stadtraum. Der Werbeverbot in der Stadt sei ein »Kreuzzug gegen die visuelle Umweltverschmutzung«, wie es Bürgermeister Gilberto Kassab – nicht wirklich zur Freude der Werbewirtschaft – ausdrückt. Ausgerechnet dieses Gesetz könnte für das Edifício Copan nun zum Problemfall werden. Die dringend anstehende Fassadensanierung soll nämlich aufgrund von Schwierigkeiten mit der Finanzierung mithilfe von Werbegeldern realisiert werden. Bei rund 22.000 Quadratmeter Werbefläche pro Gebäudeseite würde wohl ganz Las Vegas vor Neid erblassen. Ein Billboard mit der Fläche von neunzig Tennisplätzen!</p>
<p>Und so hoffen die Projektverantwortlichen derzeit auf die juristische Flexibilität des »Artikel 50«, der eine Ausnahmeregelung des »Lei Cidade Limpa« gewährt, sofern eine »Verbesserung der Stadt, der Umwelt oder der Landschaft« vorliegt. So würde das Edifíco Copan zwar über einen längeren Zeitraum ihre identitätsstiftende Erscheinung verhüllen, doch im Sinne eines sensiblen Umganges mit der Moderne wäre dieser Sanierungsprozess – nicht nur hier – dringend nötig.</p>
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		<title>In Kooperation mit Standard.at/Sport: Show de Bola!</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Mar 2011 16:00:04 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das magische Dreieck: Die »Ligalagen« von Michael Robausch, die »Premier Leaks« von Tom Schaffer und neu im Programm: »Show de Bola« von mir, live aus Brasilien. http://derstandard.at/1297819277020/Mooca-e-Mooca]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das magische Dreieck: Die »<a href="http://derstandard.at/r1226396950491/Ligalagen" target="_blank">Ligalagen</a>« von Michael Robausch, die »<a href="http://derstandard.at/r1280984208416/Premier-Leaks" target="_blank">Premier Leaks</a>« von Tom Schaffer und neu im Programm: »Show de Bola« von mir, live aus Brasilien.<br />
<a href="http://derstandard.at/1297819277020/Mooca-e-Mooca" target="_blank">http://derstandard.at/1297819277020/Mooca-e-Mooca</a></p>
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		<title>Web, 2011</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Jan 2011 07:20:05 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[10.11.2011 – Ruth Anderwald + Leonhard Grond (Künstler Wien): http://www.anderwald-grond.at 10.02.2011 – Christof Nardin (Art Direction, Design, Wien): http://christofnardin.com 30.01.2011 – Michael Stelzhammer (Fotograf, Wien): http://www.stelzhammer.cc]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignnone size-medium wp-image-1524" title="Foto: Michael Stelzhammer" src="http://www.blois.at/blog/wp-content/uploads/2011/01/worker3-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></strong></p>
<p><strong>10.11.2011 – </strong>Ruth Anderwald + Leonhard Grond (Künstler Wien): <a href="http://www.anderwald-grond.at" target="_blank">http://www.anderwald-grond.at<br />
</a><strong>10.02.2011 – </strong>Christof Nardin (Art Direction, Design, Wien): <a href="http://christofnardin.com/" target="_blank">http://christofnardin.com<br />
</a><strong>30.01.2011 – </strong>Michael Stelzhammer (Fotograf, Wien): <a href="http://www.stelzhammer.cc" target="_blank">http://www.stelzhammer.cc</a></p>
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		<title>Web, 2010</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Oct 2010 23:00:32 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[20.10.2010 – Heitger Consulting (mit Christof Nardin, Fotos: Nick Kapros): http://www.heitgerconsulting.com 01.10.2010 – Studio Deluxe, Agentur für ökologisch-nachhaltiges Grafikdesign: http://www.studiodeluxe.at 10.01.2010 – Atelier Heiss: http://www.atelier-heiss.at]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-1085" title="Heitger Consulting" src="http://www.blois.at/blog/wp-content/uploads/2010/01/pioniera3.png" alt="" width="230" height="160" /></p>
<p><strong>20.10.2010</strong> – Heitger Consulting (mit Christof Nardin, Fotos: Nick Kapros): <a href="http://www.heitgerconsulting.com" target="_blank">http://www.heitgerconsulting.com</a><br />
<strong>01.10.2010</strong> – Studio Deluxe, Agentur für ökologisch-nachhaltiges Grafikdesign: <a href="http://www.studiodeluxe.at" target="_blank">http://www.studiodeluxe.at</a><br />
<strong>10.01.2010</strong> – Atelier Heiss: <a href="http://www.atelier-heiss.at" target="_blank">http://www.atelier-heiss.at</a></p>
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		<title>Online: Club Bellevue</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 12:00:31 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der »Club Bellevue« ist eine unabhängige Plattform zur journalistischen Auseinandersetzung mit Kultur, Sport und Gesellschaft. Weblink: http://www.club-bellevue.com/]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der »Club Bellevue« ist eine unabhängige Plattform zur journalistischen Auseinandersetzung mit Kultur, Sport und Gesellschaft. Weblink: <a href="http://www.club-bellevue.com/" target="_blank">http://www.club-bellevue.com/</a></p>
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