
In Ribeirão Preto, rund vier Autobusstunden nördlich von São Paulo, trafen wir Sócrates auf ein Erfrischungsgetränk seiner Wahl. Fünf Stunden und weitere Erfrischungsgetränke später wussten wir ansatzweise Bescheid über: Demokratie, Corinthians, Lebensläufe, Mona Lisa, Brasilien und, ja, auch Fußball. — Interview: Alois Gstöttner und Karina Lackner, Foto: Alois Gstöttner — Ribeirão Preto, Januar 2009
Der Name Sócrates ist mittlerweile eng verbunden mit Begriffen wie »Freiheit« und »Demokratie« und steht als Marke für das »schöne Spiel«. Du bist Kolumnist für zwei Zeitungen, Arzt, intellektuelle Stimme des Volkes, Kritiker, und Ex-Fußballer. Nach deiner Definition: Wer ist Sócrates wirklich?
Ein Wahnsinniger. In Wahrheit bin ich wirklich verrückt. Grundsätzlich lerne ich sehr gerne und je mehr Gebiete man anschneidet, desto mehr lernt man. Meine Neugierde ermöglicht mir, all das zu tun. Abgesehen von dem, was ihr schon erwähnt habt, schrieb ich noch ein Theaterstück, habe Musik komponiert und bin Schauspieler. Hier in Ribeirão Preto haben wir eine kulturelle NGO gegründet, die mit Theater, Musik, Literatur und Kino arbeitet. Wir haben einen Kinosaal mit 200 Sitzplätzen, ohne Kinokasse – wir haben Partner gefunden, die uns bei diesem Gratisangebot unterstützen.
Du bist also auch so was wie ein sozialer Aktivist?
Brasilien ist ein sehr reiches Land, aber mit einer sehr ungleichen Einkommensverteilung. Die soziale Situation in diesem Land ist einfach dramatisch. Auf irgendeine Art und Weise müssen wir also versuchen diese Situation zu ändern. Ich kämpfe eigentlich ständig dafür, ich sehe es als meine Pflicht. weiter

20.04.2011
Avaí – Botafogo 1:1
Copa do Brasil
Florianópolis, Estádio da Ressacada
10.04.2011
Botafogo – Flamengo 0:2
Campeonato Carioca – Taça Rio
Rio de Janeiro, Estádio Olímpico João Havelange
26.03.2011
Palmeiras – CA Bragantino 3:0
Campeonato Paulista – Série A1
São Paulo, Estádio do Canindé
24.03.2011
AA Ponte Preta – Ituano: FC 1:2
Campeonato Paulista – Série A1
Campinas, Estádio Majestoso
23.03.2011
Guarani FC – São José EC 1:0
Campeonato Paulista – Série A2
Campinas, Estádio Brinco de Ouro da Princesa
23.03.2011
Red Bull Brasil – Palmeiras B 1:0
Campeonato Paulista – Série A2
Campinas, Estádio Majestoso
13.03.2011
FC São Paulo — EC Santo André 3:0
Campeonato Paulista – Série A1
São Paulo, Estádio do Morumbi
26.02.2011
Juventus – Itapirense 0:0
Campeonato Paulista – Série A3
São Paulo, Estádio Conde Rodolfo Cresspi
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31.01.2009
Corinthians – Oeste 4:1
Campeonato Paulista – Série A1
São Paulo, Estádio do Pacaembu
—
07.12.2008
Palmeiras – Botafogo 0:1
Brasileirão, Série A
São Paulo, Estádio Palestra Itália

Die »Show des Balles!«, jetzt auch auf Flickr: http://www.flickr.com/photos/golaco/sets/72157626374648158/

Und hier, für die Freunde der kartographieschen Navigationsform: http://www.flickr.com/photos/golaco/sets/72157626374648158/map/
Das Wohngebäude Edifício Copan in São Paulo ist bis heute eine lebendige Skulptur der südamerikanischen Moderne. Ein Lokalaugenschein zwischen den Jahrzehnten.
Text und Fotos
Alois Gstöttner, São Paulo (Album / Der Standard, Ausgabe: 26./27. März 2011); Profil auf Nextroom.at
Tom Jobim komponierte mit »The Girl from Ipanema« ein Juwel des Bossa Nova. Die Seleção feierte ihren zweiten Weltmeistertitel in Chile. Und die Architekturretorte Brasília wurde die neue Hauptstadt des Landes. Die frühen 1960er-Jahre, eingebettet in ein visionäres, eigenständiges und modernes gesellschaftliches Klima. Oder, wie Stefan Zweig vor mehr als 70 Jahren seinen Exil-Zufluchtsort charakterisierte: »Brasilien. Ein Land der Zukunft«.
In dieser pulsierenden Ära realisierte der Architekt Oscar Niemeyer im Herzen der rapid wachsenden Millionenmetropole São Paulo einen Wohnbau der Superlative. Das Edifício Copan, das 1957 zu bauen begonnen und schlussendlich neun Jahre später unter Carlos Lemos fertiggestellt wurde, ist eine 140 Meter hohe Wohnmaschine mit 32 Etagen, 1160 Wohneinheiten und einer eigenen Postleitzahl.
weiter
Das magische Dreieck: Die »Ligalagen« von Michael Robausch, die »Premier Leaks« von Tom Schaffer und neu im Programm: »Show de Bola« von mir, live aus Brasilien.
http://derstandard.at/1297819277020/Mooca-e-Mooca
Der »Club Bellevue« ist eine unabhängige Plattform zur journalistischen Auseinandersetzung mit Kultur, Sport und Gesellschaft. Weblink: http://www.club-bellevue.com/
Mit Edellibero Karina Lackner zu Gast in den Redaktionshallen des Standards, beim Spiel Brasilien gegen die Elfenbeinküste: Klick!

Die sechste Ausgabe von »Null Acht« (Brasilien: Futebol, Samba e Deus) wurde beim CCA-Award 2010 in der Kategorie »Editorial Design« ausgezeichnet. CCA steht für »Creativ Club Austria«, ein Preis der seit 1972 die Kreativen Österreichs erfreut. Für »Null Acht – Magazin für Rasenpflege« ist es – nach dem »Joseph Binder Award« in Silber – die zweite Auszeichnung im Designbereich. Im November 2008 wurde unsere dritte Ausgabe unter 460 Einreichungen prämiert.
Die zwei Pokale bestätigen unseren Zugang, dass unser »schönstes Spiel«, eine ebenso schöne Form haben soll. In diesem Sinne zitieren wir den fabulösen Eric Cantona: »Play beautiful!«
Veröffentlicht in:
Creativ Club Austria-Annual 10 – Das 32. Jahrbuch des Creativ Club Austria; Falter Verlag, Wien, 2010
»Die Vuvuzela nervt«, tuschelt die Mehrheit. »Die Vuvuzela ist zu akzeptierendes Kulturgut«, fachsimpelt die Minderheit. Eine Bestandsaufnahme zwischen White Stripes, Nelson Mandela und Shakira. Text: Alois Gstöttner und Karina Lackner für »Liga – Magazin für Menschenrechte« (2/2010) – Wien, Mai 2010 weiter
Der deutsche Trainer Otto Pfister machte in Ruanda, Burkina Faso und zehn weiteren afrikanischen Ländern Station. Mit Alois Gstöttner und Karina Lackner sprach er über »seine Buben« und seine unstillbare Sehnsucht nach dem schwarzen Kontinent. Für: »Die Presse« (25. Mai 2010) und »Liga – Magazin für Menschenrechte« (2/2010) – Wien, Mai 2010 weiter
Vielleicht – aber wirklich nur vielleicht – war es nicht das schönste Tor das je auf diesem Planeten geschossen wurde, doch der Torjubel, bzw. diese Antithese eines Torjubels sucht das ihrige. Nach einem unwiderstehlichen Sololauf und einem Doppelpass mit McClair zirkelt er das Spielgerät aus rund 16 Metern ins Kreuzeck. Mit aufgestellten Kragen – stolz und stoisch – schwenkt er seinen Blick ins ausflippende Stadionoval. Ein französischer Fels, der das britische Meer besiegte. Unerreicht!
Richtig wäre es, einen fernen Stern nach ihm zu benennen. Zumindest eine bezaubernde Insel sollte so getauft werden. Ein Artikel, ein lächerliche Marginalie wie man diesen fabelhaften Burschen Tribut zollen kann. Wir sprechen vom König von Manchester United, dem Helden und der Galionsfigur Eric Cantona und dem 21. Dezember 1996.
»Beim Fußball ist der größte Blinde der, der nur den Ball sieht. [...] Was wir beim Fußball suchen, ist das Drama, die Tragödie, das Schaudern und das Mitleiden.« Reich an Pathos, Sprachgefühl und Leidenschaft werden in »Goooooool!« die Kolumnen des 1980 verstorbenen brasilianischen Dramatikers und Sportjournalisten Nelson Rodrigues versammelt. Der besessene Fluminense-Anhänger und brennende Brasilien-Verehrer gibt uns einen zutiefst intelligenten Einblick in die Seele Brasiliens, Geschichte der Seleção inklusive. Zwischen 1955 und seinem Todestag veröffentlichte er seine »Crônicas de Futebol« in den Gazetten »Manchete Esportiva« und später im »O Globo«. Im vorliegenden Buch sind 42 dieser Kolumnen ausgewählt.
Ausgezeichnete Übersetzung des deutschen Literaturwissenschaftlers Henry Thorau. Ein Buch mit der Kraft des Karnevals in Rio, »meine Freunde«.

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Gooooool! Brasilianer zu sein ist das Größte
Nelson Rodrigues
Verlag: Suhrkamp; 2006, 176 Seiten
Der französische Regisseur Zinédine Zidane spricht von einem »crampe au mollet«. Der englische Flankengott David Beckham von einem »cramp in the calf«. Schmerzen verspüren sie vermutlich ähnliche, ein »schmerzhaftes, krampfartiges Zusammenziehen des Wadenmuskels« – schlicht ein »Wadenkrampf«, wie ihn der deutsche Mittelfeldspieler Michael Ballack gerne nannte. »Wadenkrampf« ist einer jener rund 5.200 Fachbegriffe, die der Langenscheidt Verlag in Kooperation mit der UEFA im »Praxiswörterbuch Fußball« versammelt – dreisprachig, in den drei offiziellen Sprachen der UEFA (Deutsch, Englisch und Französisch), unterteilt in sechs Fachgebiete auf 524 Seiten.
Keine spezielleren Vorkentnisse erforderlich, sogar das unter den internationalen Balltretern recht populäre Vokabel »Salaire de base brut«, das »Brutto-Grundgehalt«, wird angeführt.

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Praxiswörterbuch Fußball – Deutsch-Englisch-Französisch
Langenscheidt in Kooperation mit der UEFA
Verlag: Langenscheidt; 2008, 524 Seiten
Pelé! Als Spieler war er natürlich einer der Größten, eine Ikone seiner Zeit. Dreimal Weltmeister, einmal davon verletzungsbedingt von der Ersatzbank aus. Seine Biografie versucht eine zutiefst religiöse, ehrgeizige und geschäftstüchtige Person zu zeichnen: von seinen Anfängen als Schuhputzer, seiner ersten Mannschaft, den »Schuhlosen«, seiner Zeit beim FC Santos, dem lukrativen Karriereende bei Cosmos New York bis hin zu seinen unzählbaren Engagements zwischen Selbstvermarktung, globaler Werbefigur, Gutmensch und Gott. Aufgrund des oft zu nahen und unkritischen Verhältnisses zwischen dem äußerst umstrittenen Verbandspräsidenten Ricardo Teixeira und »Atleta Completa« lehnte der renommierteste brasilianische Sportjournalist Juca Kfouri es ab, diese Biografie zu schreiben.
Das Ergebnis ist wie ein schlechter Kick: wenig facettenreich. Etwas feige. Super öde.

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Pelé – Mein Leben
Pelé (mit Orlando Duarte und Alex Bellos)
Verlag: Scherz; 2006, 288 Seiten
Der 17. Juli 1994 in einem tschechischen Dominikanerkloster, einem Gefängnis in Minsk, am Fischmarkt von Seoul und an 37 weiteren Orten weltweit – versammelt im 1995 erschienen Dokumentarfilm »The Final Kick« des deutschen Regisseurs Andreas Rogenhagen: das Endspiel der Weltmeisterschaft in den USA, Brasilien gegen Italien.
56 (etwas zu) dicht gepackte Minuten erwarten den geneigten Seher. Die letzten zwölf Minuten des preisgekrönten Films werden dem Elfmeterschießen gewidmet, dem emotionalsten Part des finalen Dramas. Ein den Anlauf locker-lässig verzögender Romário setzt den Ball an die linke Innenstange. Der elegante Kapitän der »Squadra Azzurra« Franco Baresi und der stets großartige Roberto Baggio schossen in den strahlenden Mittagshimmel von Los Angeles. Endstand: 3:2.
Gott war – einmal mehr – Brasilianer. Tetra!

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The Final Kick
Regie: Andreas Rogenhagen
Lichtblick Film; 1995, 56 Minuten
Die »Tagcloud« wäre folgende: 50+1, Alois Gstöttner, Brasilien, Doping, Interview, Magazin für Rasenpflege, Null Acht, Sócrates, 11 Freunde, Rapid, Sturm Graz und Red Bull Salzburg: http://catenaccio.de/?p=3610
Die »Seleção der brasilianischen Gegenwartsliteratur« wird die 15-zählige Auswahl vom Verlag genannt. Erschienen ist sie im Rahmen des Projekts »Copa da Cultura – Brasilien und Deutschland 2006«. Die »gescouteten« Texte sind teilweise älteren Datums, teilweise extra für den vorliegenden Band geschrieben. Und zwischen den Zeilen erkennt man, die wenigsten haben Ahnung von Fußball. Die Geschichten tendenziell langweilig, selten witzig. Die Übersetzung ist auch wenig qualitätssteigernd.
So recht mag dieses Team also nicht überzeugen. Unsere Prognose für die Literaten-Seleção: Ein Aus in der Vorrunde, nach mühevollen Runden der Qualifikation.

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Anpfiff aus Brasilien. Elf auf dem Platz
Hrsg.: Flávio Moreira da Costa
Verlag: TFM – Teo Ferrer de Mesquita; 2006, 160 Seiten
Produziert von Fernando Meirelles, Regisseur des Rio-Klassikers »City of God«, gesponsert vom amerikanischen Sportkonzern Nike, erschienen in der ansehnlichen DVD-Edition von den geschäftstüchtigen Magazinkollegen »11 Freunde«.
»Ginga« erzählt uns zehn individuelle Fußballgeschichten und versucht der Seele des brasilianischen Fußballs auf den Grund zu gehen. Unter anderem werden der Futsal-Weltmeister Falcão, der einbeinige Wescley, der Favela-Kicker Romarinho und die Copacabana-Strandgöttin Natalie mit charmanten Portraits gezeichnet und sie stellen sich der Frage: »Was ist Ginga?« Eines steht fest: Sie alle haben es. Aber es bleibt unbeschreibbar. Weil man hat es eben, oder nicht. In Brasilien wird man quasi mit »Ginga« geboren, in Österreich, tja, eher wahrscheinlich, ziemlich sicher, nicht. Ästhetisch äußerst hochwertige Angelegenheit.

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Ginga – Die Seele des brasilanischen Fußballs
Regie: Henk Levine, Marcelo Machado und Tocha Alves
Edition 11 Freunde; 2005, 78 Minuten
Daniel ist dicker als seine gleichaltrigen Kollegen in meiner auszubildenden Elf. Daniel hat anatomische Nachteile bei der Ausübung seines liebsten Spiels. Daniel ist Ersatztorwart. Und Daniel kann noch keine einzige Minute zwischen seinen geliebten Pfosten verbuchen. Das alles ist bitter für Daniel. Und bitter für mich. weiter

Orangensaft am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen? Ja, sicher, du Weichei! Die harten Jungs aus St. Pauli trinken schon zum Frühstück Bier aus Weltpokalsieger-Bezwinger-Trophäen und lassen sich dazu frisch gebackenes Toastbrot schmecken. Hart muss es sein, im Optimalfall schwarz.
Weil schwarz, so die ausführlichen Corporate Design-Richtlinien vom Zweitliga-Verein aus Hamburg, darf und soll viel sein: der Kapuzenpullover, das T-Shirt, die Hundeleine und – warum auch nicht – der Frühstückstoaster.
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Toaster Totenkopf
27×16×19 cm, 230 V, 60 Hz, 750 W, EUR 34,95
Weblink: http://www.fcstpauli-shop.de
